Entscheidung aufgeschoben

Noch kein Beschluss über Wohnbebauung im Park

Die Zukunft der Villa Berg und ihres Parks ist weiterhin ungewiss. Der Stuttgarter Umwelt- und Technikausschuss hat den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vertagt.

Im Stuttgarter Gemeinderat unterstützen Freie Wähler, FDP und CDU die Baupläne der Häussler-Gruppe, während die SPD und SÖS/Linke die Chance nutzen wollen, den Park im Bereich der SWR-Gebäude wieder zu begrünen. Die SPD hat dafür in den vergangenen Wochen Unterschriften gesammelt. Die Grünen sind bislang ebenfalls gegen das Wohnbau-Projekt, aber noch nicht endgültige festgelegt. Ihre Stimmen werden am Ende den Ausschlag geben. Die Positionen der Fraktionen spiegeln sich auch im Bezirksbeirat wider, der sich ebenfalls erneut mit dem Projekt des Investors Häussler und mit möglichen  Alternativen befasst hat.


Uwe Stuckenbrock vom Stadtplanungsamt legte als Antwort auf Fragen der Fraktionen zunächst einige Zahlen vor: Die Stadt investiert jährlich rund 200 000 Euro in die Pflege des Parks. Um ihn wirklich zu erhalten und Verbuschung entgegenzuwirken, müsste es das Doppelte sein. Abriss und Entsorgung der Rundfunkstudios wird Schätzungen zufolge 2,91 Millionen Euro kosten. Für die Begrünung dieses Bereichs kämen nochmal rund 1,44 Millionen Euro dazu. Die Sanierung des Gartens über der Tiefgarage – also Wasserbecken und Wasserkaskaden – wird auf 1,5 Millionen Euro geschätzt.
Für die Sanierung der Villa Berg geht die Häussler-Gruppe von rund 15 Millionen Euro aus. Geschäftsführer Cemal Isin stellte klar, dass diese Investition nur in Kombination mit der neuen Wohnbebauung denkbar sei, da sie von ihr „quersubventioniert“ werde. Ohne Wohnbebauung also auch keine Sanierung der Villa durch Häussler. Isin versicherte, dass die Gebäude mit den 150 bis 160 Quadratmeter großen Wohnungen nicht abgeschottet oder eingezäunt würden.
Die Stadt hat mittlerweile auch andere Bereiche am Rand des Parks als alternative Standorte für eine Bebauung untersucht. Sie alle hätten Nachteile, sagte Stuckenbrock. Mal müssten Bäume gefällt, mal in die Spielfläche einer Kita eingegriffen werden. Auch für Häussler kommen die anderen Standorte nicht in Frage.
Karl-Heinz Lehrer vom Gartenbauamt der Stadt verwies auf die historische Bedeutung des Parks: Hier könne man einen ehemaligen königlichen Garten wieder herstellen wie er weder in Stuttgart noch im Umland zu finden sei. Dem hielt Hannes Rockenbauch (SÖS) entgegen, der Osten brauche keinen Schlossgarten, sondern einfach nur Grünflächen, wo Menschen sich aufhalten können.
Mehr Grün, aber auch Geld für die Sanierung der Villa und die Pflege des Parks – diese Aspekte lassen sich nur schwer vereinbaren. Wann die Entscheidung über eine Bebauung fällt, ist momentan noch offen.  aia

Villa berg: Es ist weiterhin offen, wie es mit der Villa Berg und ihrem Park weitergeht.  Foto: aia