Neugestaltung der Fußgängerbrücke über die Talstraße

Bezirksbeirat lehnt Entwurf ab

„Hier kann man einkaufen!“, soll der Fußgängersteg über die Talstraße schon bald vorbeikommenden Autofahrern signalisieren. Mit EU-Fördergeldern, Unterstützung der Stadt und der beiden Handels- und Gewerbevereine soll die derzeit wenig ansehnliche Stahl-Brücke verschönert werden. Der vorliegende Gestaltungsentwurf kam aber im Bezirksbeirat nicht gut an. Jetzt ist ein Kompromiss gefragt.


Geld ist da, ein fertiger Entwurf ist da. Diesen haben beide Handels- und Gewerbevereine, Stadtteilmanager Torsten von Appen und die beteiligten städtischen Ämter bei einem Treffen zur „Endabstimmung“ im Juli bereits gut geheißen.

Der Bezirksbeirat allerdings nicht: Seine Mitglieder bekamen den Entwurf nach einer Mammutsitzung zu später Stunde zu sehen und lehnten die Gestaltung mehrheitlich ab.

Der Entwurf zeigt den grauen Steg in einem kräftigen Farbverlauf von Grün über Orange ins Gelbe, mit Wegweisern zum Ostendplatz und nach Gablenberg und zwei Slogans. Je nach Fahrtrichtung liest man „Warum in die Stadt… wenn’s auch der Osten hat“ oder „Warum in die Ferne fahren… Einkaufen hier im Osten.“

Urheber ist Grafiker Saifudeen Dag, ein Mitarbeiter von CDU-Bezirksbeirat und HGV-Mitglied Karl-Christian Hausmann. Er hat schon eine Menge Arbeit in das Projekt gesteckt. Sein erster Entwurf zeigte auf farbigem Untergrund menschliche Silhouetten, die über die Brückenbrüstung überstehen. Das hat die Stadtverwaltung wegen Vandalismus-Gefahr abgelehnt. Eine modifizierte Variante wurde als zu allgemein fürs EU-Förderprogramm „Mandie“ eingestuft. Aus diesem Programm, das speziell auf die Wirtschaftsförderung in Stadtteilen zielt, wird rund die Hälfte der Kosten gedeckt. Auch das Tiefbauamt gibt einen kleinen Zuschuss, weil es durch die geplante Anbringung von Alu-Platten Pflegearbeiten an der Brücke sparen kann. Den Rest decken die beiden Handels- und Gewerbevereine durch Eigenleistungen ihrer Mitglieder bei der Umsetzung.

Im dritten Anlauf entstand der aktuelle Entwurf, wobei der Text der Aufschriften von den HGVs und vom Stadtteilmanager vorgegeben war. Im Bezirksbeirat kamen aber Farbgebung wie Inhalt nicht gut an. Das Projekt schien in eine Sackgasse geraten.

Schließlich meldete sich Olaf Fuchs zu Wort, der als Zuhörer die Sitzung verfolgte und die Werbeagentur „Die Füchse“ im Stadtteil betreibt. Er bot spontan an, kostenlos drei Alternativentwürfe zu machen. „Wir wollen zur Lösung des Konflikts beitragen und wollen, dass das Projekt landet“, erklärte Fuchs gegenüber unserem Blatt. Ihm gehe es darum, etwas für den Stadtteil zu tun.

Bezirksvorsteher Martin Körner hofft jetzt, im Oktober zu einer Entscheidung zu kommen. Den beiden HGVs ist wichtig, dass die Wegweiser zu den beiden „Einkaufsmeilen“ möglichst bald angebracht werden – auf jeden Fall noch vor dem Beginn des Weihnachtsgeschäftes. aia