Sieben mal köstlich gefüllt und gewickelt

Zehnter Krautwickelwettbewerb in der Friedenau

Da sage einer, es wird nicht mehr gekocht: Gleich sieben Krautwickel bekamen die Juroren beim diesjährigen Krautwickelwettbewerb in der Friedenau zu verkosten. Das Publikum wurde von Wirt Georg Chatzitheodoru versorgt und bekam zudem ein ausgesprochen kurzweiliges Programm mit geplanten und spontanen Darbietungen geboten.


Gar nicht so einfach, Krautwickel-Juror zu sein. Fünf verschiedene Kriterien hatten die Dame und die Herren auf dem Podium zu beurteilen, von der Wickeltechnik über Füllung und Gesamtgeschmack bis zur Soße. Der eine schaut zunächst das kulinarische Kunstwerk aus verschiedenen Richtungen an, der andere sticht behutsam mit dem Holzspieß in die Füllung und für den nächsten ist ganz wichtig, dass kein Bestandteil „rausschmeckt“. Klaus Wahl als Publikums-Juror hatte diese Aufgabe zum ersten Mal zu bewältigen, während die anderen Jurymitglieder - Jürgen Karle, Brigitte Vögelein, Thomas Rudolph und Bernd Vögelein - Vorerfahrung mitbrachten.

Geboren ist der Krautwickelwettbewerb vor zehn Jahren, spät nachts aus einer Laune heraus, erzählte Wirt „Schorsch“ Chatzitheodoru. Anstatt über die richtige Zubereitung zu streiten, sollten die Gäste doch lieber alle einen Wickel zum Verkosten bringen, schlug er damals vor. Das taten die Streithähne und so war eine Veranstaltung geboren, die dieses Mal mit gut 150 Gästen Rekordumfang erreichte.  

Die eingelieferten Wickel lagen nah beinander, die Wertung wurde zum  spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen. Ganz vorne landete mit einem einzigen Punkt Vorsprung Wolfgang Hohmeier – der Beweis, dass auch Männer kochen können. Ihm folgte Helma Hille, die sich ganz einfach „übers Internet schlau gemacht“ hatte. Andere brachten ein altes Familienrezept oder jahrzehntelange Erfahrung ein. Gerhard Wagner, Mitbegründer und zehnmaliger Teilnehmer am Wettbewerb, hatte dieses Mal experimentiert. Das Ergebnis sahen die Juroren eher kritisch, was Wagner gelassen nahm – er war schon früher auf Platz eins gelandet. Im Mittelfeld tümmelten sich Elisabeth Walter, Daniel Horch, Lina Rau und Ilse Gneiding mit ihrem kulinarischen Werken.

Die Gäste verspeisten derweil die fein gewürzten Krautwickel, die vom Friedenau-Team im flotten Tempo kostenlos serviert wurden. In den Spendenkörbchen kamen anschließend 613 Euro und zehn Cent zusammen, der HGV Stuttgart-Ost und der Wirt rundeten auf 750 Euro auf. Darüber freut sich die Jugendarbeit der Heiliggeistgemeinde, die das Geld für die Renovierung ihres Foyers und für Fortbildungen bekommt.

Das vielseitige Programm, von Fritz Ströbele locker und launig moderiert, ließ den Abend wie im Flug vergehen: Sketche und andere Darbietungen bis hin zum spontanen Witze-Erzählen gehörten dazu, Klavierbegleitung und Spiele fürs Publikum. Zeichner Peter Ruge, vom Wirt zur „Mutter“ des Krautwickelwettbewerbs ernannt, zeigte Cartoons rund um den Krautkopf von internationalen Künstlern. Er hatte bei einem Karikaturistentreffen in Frankreich seine Kollegen aufgefordert, die Feder zu zücken.        aia