Alle sollen auf die Bremse treten

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Neue Vorschläge für ein Verkehrskonzept
Tempo 40 auf allen Vorbehaltsstraßen in Stuttgart-Ost: Das schlagen die Verkehrsplaner vom Büro Praxl+Partner in Filderstadt zur Verkehrsentlastung im Stadtbezirk vor. Sie haben verschiedene Konzepte verglichen und kamen zum Ergebnis, dass dies der sinnvollste Ansatz ist. Darüber und über weitere Details soll jetzt auch mit den Bürgern diskutiert werden, zum Beispiel im Stöckachtreff und an den runden Tischen Gaisburg und Gablenberg. In zwei bis drei Monaten will der Bezirksbeirat dann zu einem Ergebnis kommen.


Planfall 1: Die Verkehrsplaner aus Filderstadt haben den  Lärmaktionsplan der Stadt von 2009 unter die Lupe genommen. Er schlägt in der Planck- und der Pischekstraße Tempo 40 vor, in der Neckar-/Steubenstraße, der Albert-Schäffle-Straße und der Neue Straße Tempo 30. Auf den anderen Achsen bleibt es bei den derzeitigen 50. Er umfasst außerdem ein Durchfahrtsverbot für Lkws. Allerdings führt dieses Konzept laut Computersimulation zu Verlagerungen: Ostendstraße, Rotenbergstraße, Hackstraße, Haußmannstraße und Wagenburg-/Talstraße wären demnach stärker belastet. 
Planfall 2: Alternativ zu den Maßnahmen des Lärmminderungsplans haben die Planer untersucht, wie sich  Tempo 40 auf allen Vorbehaltsstraßen in Stuttgart-Ost auswirken würde. Vorbehaltsstraßen nennt man alle wichtigen Verbindungen zwischen Bezirken. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Schwarenbergstraße, die Gablenberger Hauptstraße, Gerokstraße, Landhausstraße, Rotenbergstraße und weitere. Mit einem gleichmäßigen Tempolimit auf diesen Straßen bekomme man „eine fast durchgehende Entlastung“, fasste Planer Steffen Eckert zusammen. Lediglich in der Hack- und der Gänsheidestraße ergäbe sich ein „maßvolles Plus“ an Fahrzeugen. Auch der Lärmpegel nehme fast überall ab, außer im Gewerbegebiet Ulmer Straße und auf der B10/B14 – eine Verdrängung nach dort ist aber gewollt. Ergänzt wird dieses Konzept durch ein nächtliches Durchfahrtsverbot für Lkws auf der Wagenburg-/Talstraße. Ein Verbot am Tag halten die Planer für schwer durchsetzbar und auch nicht für wichtig. am Tag werde jeder Lastwagen weniger der Erfahrung nach durch zusätzlich Autos aufgewogen.
Einfach nur Schilder aufstellen und die Geschwindigkeit beschränken, bringe allerdings keinen Erfolg, stellten die Experten auch klar. Notwendig seien Kontrollen und teilweise bauliche Maßnahmen wie Verengungen oder Rückbau. Auf vielen Strecken fällt der Busverkehr stark ins Gewicht – bei ihm könnten neue Fahrzeugen mit Hybridantrieb zur Lärmminderung beitragen.
Die Mitglieder des Bezirksbeirats hatten eine ganze Reihe Fragen zum Konzept: Wie zuverlässig sind die Berechnungen der Verkehrsmodelle? Schadet durchgehendes Tempo 40 nicht eher der  Luftqualität, wie will man flüssigen Verkehr gewährleisten? Was ändert sich mit dem Rosensteintunnel? Wie sähe das Modell mit Tempo 30 anstelle von Tempo 40 aus?
Weiter diskutiert wird beim runden Tisch Gablenberg am Mittwoch, 2. März ab 19 Uhr in der Petruskirche und beim runden Tisch Gaisburg, voraussichtlich am Mittwoch, 6. April (Ankündigung folgt).  aia