Musik und mehr“ für die Villa Berg

„Musik und Mehr“ - das ist das Leitmotiv, unter dem das Konzept der Villa Berg weiterentwickelt wird. Das Ergebnis aus der Bürgerbeteiligung lässt viele Möglichkeiten offen, gibt aber doch eine klare Richtung vor. Gut, dass es kein „Haus für alles“ geworden sei, sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn am Abschlussabend der Bürgerbeteiligung, an dem die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Ahnung davon bekamen, wie viel Musik in der Villa drinstecken könnte. Kammermusik war am Abschlussabend ebenso zu hören wie Hip-Hop, Opernauszüge, Chorgesang, ein Stück mit dem Hackbrett oder ein Mandolinen-Trio. Break-Dance und brasilianischer Capoeira hatten auf der Bühne ebenfalls ihren Platz. Die akustischen Einlagen zwischen den Gesprächsrunden standen für die Vision der Villa als einem Haus, in dem verschiedenste musikalische Stilrichtungen und Altersgruppen zum Zuge kommen sollen. Bildhaft dargestellt wurde das mit der Zuordnung: Erdgeschoss für „Events“, Gartengeschoss für Jugendkultur und zweites und drittes Geschoss als „Arbeitsebene“, dazu der Park, der ebenfalls leben und sich in seiner Nutzung mit der Villa ergänzen soll. Diese Zuordnungen sind nicht starr, sondern eher sinnbildlich, um der Vielfalt ein Gerüst zu geben. 

Insgesamt ein Dutzend Aktive aus den verschiedensten Institutionen nahm an den Gesprächsrunden teil und stellten verschiedenste Ideen für die Nutzung der Villa vor. So könnte die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Auszüge aus ihrem Schaffen präsentieren und gleichzeitig Workshops anbieten, das Stuttgarter Kammerorchester würde gerne gelegentlich ein Konzert geben. Gesangvereine, Amateurtheater und Tanzgruppen suchen Auftrittsorte ebenso wie Proberäume. Jugendliche bräuchten Räume, die unkompliziert zugänglich sind, um sich als Musiker, DJ, Organisatoren auszuprobieren – das Popbüro würde dafür die Patenschaft zu übernehmen. Nicht zuletzt brauche es eine Struktur, um zu „netzwerken“, um sich als Kulturschaffende der verschiedenen Ebenen zu treffen und auszutauschen, sagten die Gesprächsteilnehmer. 
Aber die Villa soll über die musikalische Nutzung hinaus auch für anderes zur Verfügung stehen. So bleibt die Gastronomie, das sehnlich gewünschte Café mit Öffnung nach draußen, auf der Wunschliste. „Ich glaube, das können wir schaffen“, sagte Jörg Trüdinger von der Begleitgruppe. Auch Heiraten in der Villa oder die Vermietung von Räumen könnten zum Thema werden. „Eine niederschwellig zugängliche Location wie diese hat uns seither im Stadtteil gefehlt“, stellte Thomas Rudolph fest, der sich besonders dafür einsetzt, dass das „Mehr“ nicht ins Hintertreffen gerät. 
Als Träger des Hauses ist an eine Stiftung oder einen Verein gedacht, eventuell auch eine öffentliche Einrichtung. Im nächsten Schritt wird sich nun der Gemeinderat mit dem Konzept auseinandersetzen und eine Machbarkeitsstudie erstellt. Dabei werden auch bauliche Fragen wieder auftauchen, die beim Abschlussabend der Bürgerbeteiligung keinen Platz hatten – was auch gut so war, denn nun steht eine Vision im Raum, an der weiter gearbeitet werden kann. 
Informationen online: Das Nutzungskonzept mit den Leitlinien zum „offenen Haus für Musik und Mehr“ kann auf den Internet-Seiten der Stadt zur Bürgerbeteiligung gelesen und heruntergeladen werden:  www.stuttgart-meine-stadt.de/villa-berg, Menüpunkt „Links und Downloads“. aia
 
Warum nicht Hip-Hop in die Villa bringen?