Sanierungsgebiet Gablenberg

Neue Flächen am Drachenkopf
Das Sanierungsgebiet Gablenberg ist aufgrund seines Umrisses als „Drachenplan“ bekannt. Jetzt wird der Drachenkopf allerdings ziemlich unförmig, denn die Erweiterung des Gebiets ist geplant. Ziel ist, an der Einmündung Klingenbachstraße eine bessere Querung der Talstraße zu schaffen. 

Auch der Spielplatz im Klingenbachpark soll künftig im Gebiet liegen und damit von Sanierungsmitteln profitieren. Weiterhin ist die Gestaltung des in manchen Augen „überdimensionierten Kreuzungsbereiches“ an der Berg-/Pflasteräckerstraße ein Thema. Der Bezirksbeirat stimmte der Erweiterung zu.
Die Fußgängerbrücke aus Stahl über die Talstraße war und ist immer wieder Diskussionspunkt, nicht nur als Frage des Geschmacks, sondern auch in Punkto Funktionalität. Während sie von einer Seite her noch „einigermaßen bequem befahrbar sei“, so Albrecht Holch vom Stadtplanungsamt, muss man auf der anderen zwangsläufig Treppen steigen – für Radfahrer eine ziemliche Zumutung. Nun sollen mit einer Machbarkeitsstudie verschiedene Möglichkeiten geprüft werden. Denkbar ist, dass der Steg eine neue Auffahrt bekommt oder komplett ersetzt wird, denkbar sei auch ein ebenerdiger Übergang, sagte Holch. Die Diskussion der Ergebnisse dürfte spannend werden. Er halte jede Veränderung des Stegs in seiner jetzigen Form für „Geldverschwendung“, sagte Ulrich Gohl (SPD) und setzte sich für einen ebenerdigen Übergang ein. Ingrid Schwertfeger (Grüne) wies dagegen darauf hin, dass für Kinder eine Brücke die sicherste Querungsmöglichkeit biete, „weil sie drüberkommen, ohne auf eine Ampel zu warten“. Und Thomas Rudolph (CDU) sorgte mit seiner Anmerkung, er kenne „sehr viele Menschen, die diese Brücke schön finden“, für Erheiterung. Tatsächlich war im Jahr 2010 schon einmal die Verschönerung des bestehenden Stegs geplant, wobei EU-Fördergelder und Zuschüsse der beiden Handels- und Gewerbevereine den Löwenanteil der Kosten gedeckt hätten. Die HGVs legten damals Entwürfe vor, die allerdings bei der rot-grünen Mehrheit des Bezirksbeirats nicht ankamen. Deren Alternativvorschläge erfüllten dagegen die Vorgaben der EU-Förderung nicht, sodass schließlich gar nichts aus dem Projekt wurde. 
Unstrittig war, dass der Kinderspielplatz im Klingenbachpark eine Verjüngungskur braucht. Er sei „ziemlich in die Jahre gekommen“, wegen Sicherheitsmängeln seien auch schon Geräte abmontiert worden, sagte Bezirksvorsteherin Tatjana Strohmaier. Mit der Aufnahme ins Sanierungsgebiet erschließen sich neue Geldquellen, oder, wie Holch sagte: „Wir sind alle Schwaben, aber wir haben die Möglichkeit, im Sanierungsgebiet die Fördertöpfe anderer Schwaben zu leeren.“ Die Verwaltung sei auch deshalb sehr an diesem Projekt interessiert, weil es relativ schnell umsetzbar ist und Sanierungsgebiete davon leben, dass man ein Ergebnis sieht – bei der Neugestaltung der Gablen  berger Hauptstraße dürfte das noch eine Weile auf sich warten lassen. 
Beim v-förmigen Kreuzungsbereich Berg-/Pflasteräckerstraße, der ebenfalls ins Gebiet aufgenommen werden soll, wolle man nichts erzwingen: Die Bewohner sollen einbezogen werden, und wenn sie sich beispielsweise gegen Bäume aussprächen, „lassen wir die Finger davon“, so Holch: „Wir wollen keine Unruhe in den Stadtteil tragen“. 
 
Aufwerten oder abbrechen? Das ist hier die Frage. Foto: aia