Kiosk oder Betonbau

Land will im Schlossgarten etwas tun
Der Grillplatz und der Kiosk im Schlossgarten sind schon lange sanierungsbedürftig. Auch im Stuttgarter Bürgerhaushalt stand der Wunsch nach einer Verbesserung an dieser Stelle immer wieder weit oben. Jetzt wird das Land als Eigentümerin endlich aktiv, ist mit seinem Entwurf aber bei der Stadtverwaltung durchgefallen. Der Bezirksbeirat will sich in dieser Situation in keine Ecke drängen lassen.

Edgar Schindler vom Landesamt Vermögen und Bau und Architekt Theo Härtner (härtner ito architkekten) stellten im Bezirksbeirat den Entwurf vor, der am Vortag beim Gestaltungsbeirat der Stadt auf Ablehnung gestoßen war. Anstelle des jetzigen, in die Jahre gekommenen Kiosks wollten die Planer ein deutlich höheres Gebäude aus „begrüntem Beton“, angelehnt an die neuen Wilhelma-Bauten, platzieren: „kein schnuckeliges Ding“, sondern ein richtiges Gebäude, wie der Architekt sagte. Es wäre mit über sechs Metern Höhe deutlich größer als das bisherige, würde sich aber seiner Aussage nach trotzdem unters Grün der Bäume einfügen. Neben dem mittleren Teil mit Kiosk und Lagerräumen sieht der Entwurf zwei große Toilettenanlagen vor, die auch behindertengerechte WCs beherbergen. Dem Baurechtsamt und dem Gestaltungsbeirat war das Ganze aber zu mächtig, sie wollen es nicht genehmigen, zumal an dieser Stelle, an der ja eigentlich nicht gebaut werden darf.
Schindler und Härtner hätten nun gerne Rückendeckung vom Bezirksbeirat gehabt, denn eine Neuplanung werde unweigerlich zu Zeitverzögerungen führen, sagten sie und deuteten zudem an, dass sie unter diesen Bedingungen nur wenig Lust hätten, weiterzumachen. Davon fühlte sich der Bezirksbeirat zumindest teilweise „erpresst“. Man sei sehr froh, dass sich endlich was bewege, hieß es durch die Bank – aber, so Jörg Trüdinger (SPD), Eigentum verpflichte schließlich auch. Auch wenn er persönlich dem Entwurf durchaus etwas abgewinnen könne, habe die bisherige Bauweise ebenso ihre Berechtigung: „Hier wird das letzte Stück Bundesgartenschau demontiert“, so Trüdinger. Auch der Wunsch nach Holz statt Beton wurde im Gremium mehrfach laut und auf die Frage nach der Neugestaltung des Grillplatzes und der Wegeverbindungen gab’s keine Antworten. 
In den Konflikt zwischen Stadt und Land wollten sich die Bürgervertreter nicht hineinziehen lassen, zumal sie bisher nur eine Seite gehört hatten. Das spiegelte sich in ihrem Beschluss wider, der besagt: Die Beteiligten sollen gemeinsam schnellstmöglich einen genehmigungsfähigen Entwurf erarbeiten. aia
 
Noch steht der alte Kiosk am Grillplatz. Foto: aia