Varianten von Krautwickeln

 
 
 
 
 
 
 
 
Essen für den guten Zweck in der Friedenau
Männer an die Kochtöpfe! So könnte das Fazit des diesjährigen Krautwickelwettbewerbs lauten. Denn nach der Verkostung der sechs eingereichten Rouladen lagen klar die Exemplare der beiden männlichen Teilnehmer vorne. Die Gäste hatten ebenso wie die Juroren viel Spaß an dem Abend in der Friedenau, der einen Erlös von mehr als 1300 Euro einbrachte. 
Spannend ist der Wettbewerb für einen guten Zweck alle Jahre wieder. „Es ist immer wieder eine Überraschung dabei“, bestätigte Bezirksvorsteherin Tatjana Strohmaier aus eigener Jury-Erfahrung. So gab es auch schon mal Krautwickel mit thailändischem Einschlag oder mit Schokosoße. „Wir sind dankbar, dass wir jedes Jahr ein paar Leute finden, die ihre Zeit opfern und die Krautwickel machen“, betonte Friedenau-Wirt Georg Chatzitheodoru, der zusammen mit einigen Gästen vor 17 Jahren das Event aus der Taufe gehoben hat und bis jetzt die treibende Kraft ist. Seine Küche verköstigt dann immer die Gäste – dieses Mal waren es um die 120 – mit einem Krautwickel und Kartoffelpüree, in der Hoffnung, dass sie eine großzügige Spende geben. Gesammelt wurde das Geld dieses Mal für die Mobile Jugendarbeit Stuttgart-Ost, die sich und ihre Arbeit auch vorstellte. 

Peter Ruge, der den Krautwickel-Wanderpokal entworfen hat, hatte Zeichnerkollegen aus ganz Europa um ihre Ideen zum Thema Kraut gefragt. Die witzigen Cartoons flackerten über die große Leinwand, während die Jury ihre Arbeit begann und sich gleich von der ersten Kostprobe schwer beeindruckt zeigte. „Das wird schwierig dieses Mal“, ahnte Lore König und Karl-Christian Hausmann bestätigte: „Der erste Wickel hat die Latte sehr hoch gelegt!“
Mit in der Jury saßen außerdem Rolf Groß, Heinz Härle und Andrea Kühnle. Sie nahmen ihre Aufgabe ernst und bewerteten die sechs Wickel, die sie in flottem Tempo nacheinander vorgesetzt bekamen, nach festgelegten Kriterien wie Füllung, Wickeltechnik oder Soße. Da wurde abgewägt, gegrübelt und auch manchmal über eher ungewöhnliche Zutaten gerätselt. 
Am Ende waren die Juroren, aber auch das Publikum, das mittlerweile ebenfalls gegessen hatte, satt und zufrieden. Thomas Gutsche, einmal mehr für die Medientechnik verantwortlich, hatte nebenbei die in den einzelnen Runden vergebenen Punkte erfasst und präsentierte schließlich das grafisch aufbereitete Ergebnis – Schritt für Schritt, sodass es spannend blieb. Schnell kristallisierte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Wickeln heraus. Am Ende war die Nummer sechs einen Hauch besser als die Nummer eins. Beiden gemeinsam: Sie hatten bei einem Mann im Kochtopf geschmort. Eugen Bernhart, Gewinner von 2015, landete auf Platz zwei, knapp hinter Frank Staib, der dieses Mal den Wanderpokal eroberte. Ihn hatte der Friedenau-Wirt noch kurzfristig am Freitagabend zum Mitmachen überredet. „Er kocht öfter mal und auch gut“, verriet seine Frau Sandra. Mit Krautwickeln betrat Frank Staib allerdings Neuland und bekam deshalb etwas Unterstützung von seiner Frau, deren tschechische Wurzeln das Rezept ein bisschen beeinflussten. Kümmel war keiner drin, dafür eine Portion Paprika. 
Einig waren sich die Juroren darüber, dass die Wickel ausnahmslos gut gelungen waren. Neben den beiden Männern hatten auch Erika Steinhilber, Jana Szyri, Shala Ruzika und Roswitha Altmann ihre gewickelten Kreationen beigesteuert. 
Die eingesammelten Spenden summierten sich auf den stolzen Betrag von 1123 Euro und 80 Cent, der Handels- und Gewerbeverein Stuttgart-Ost legte weitere 250 Euro drauf. „Das wird in unsere tägliche Arbeit einfließen“, freuten sich Pfarrer Wolfgang Marquardt und Mitarbeiter Joachim Blutbacher über die Finanzspritze. aia
 
Mobile Jugendarbeit Stuttgart-Ost
Die mobile Jugendarbeit Stuttgart wird getragen von der Evangelischen und der Katholischen Kirche, der Caritas und der Evangelischen Gesellschaft Eva. Sie ist in verschiedenen Stadtteilen präsent. Das Team im Osten macht Schulsozialarbeit in vier Grundschulen, zwei Werkrealschulen, der Realschule Ostheim und dem Zeppelingymnasium. Auch bei der Berufsorientierung ist es behilflich. Außerdem gehen die Mitarbeiter im Zuge der „aufsuchenden Jugendarbeit“ an öffentlichen Orten auf Jugendliche zu, suchen das Gespräch mit ihnen und bieten Unterstützung an. 
 
Frank Staib darf den Wanderpokale mit nach Hause nehmen. 
Die Jury hatte Spaß an ihrer Aufgabe. 
Die Jury (sitzend) und die Köche. Fotos: aia