Wind um die Nase statt Stau

Steinbildhauer Blaschke und sein E-Lastenrad
Ausgerechnet der Steinbildhauer ist mit dem Lasten-E-Bike unterwegs. Heinz Blaschke war schon immer für Überraschungen gut. Beim Kauf seines neuen Transportfahrzeugs hat er natürlich an die Umwelt gedacht, aber durchaus auch an praktische Vorteile. Tatsächlich bietet das Fahrzeug, dessen Fahrer von einem E-Motor unterstützt wird, eine Reihe von Vorteilen. 

Mit seinen rund 70 Kilometern Reichweite – bei weniger zugeschalteter Unterstützung sogar mehr – kommt Blaschke an jeden seiner Zielorte in der Stadt und wieder zurück, ob nach Cannstatt, nach Mitte oder auf den Gaisburger oder Gablenberger Friedhof. Er kann direkte Wege nehmen, lässt Verkehrsstaus links liegen, spart sich die Parkplatzsuche und ist so unterm Strich genauso schnell wie mit dem traditionellen Kraftfahrzeug, aber deutlich entspannter unterwegs.
„Natürlich brauchen wir trotzdem einen Lkw“, sagt der Steinmetzmeister. „Aber wir brauchen ihn nicht immer.“ Zusammen mit seinem Sohn Carl-Philipp, der seit drei Jahren ebenfalls im Betrieb mitarbeitet, hat er zunächst eine genaue Analyse gemacht: Welche Fahrten fallen an, zu welchen Zweck? Welches Fahrzeug ist dafür erforderlich? Dabei ergab sich, dass häufig kein großer Stein zu transportieren ist, sondern lediglich die Reinigung oder Instandhaltung anstehen, Schrift ausgebessert werden muss oder ähnliches. Dafür ist das E-Lasten-Bike, das immerhin 130 Kilo Zuladung ermöglicht, bestens geeignet. Das erforderliche Werkzeug und anderes Zubehör können problemlos transportiert werden.
Die Förderung, die das Land speziell gewerblichen Betrieben bei der Anschaffung eines E-Lastenrades bietet, nahm Blaschke gerne mit – und ist ein wenig erstaunt, dass er zumindest nach Kenntnis des Fachhändlers der erste Handwerksbetrieb in Stuttgart war, der dies tat. „Entscheidend waren für mich drei Dinge“, sagt Blaschke: „Die Zeitersparnis, der reduzierte Stressfaktor und die Anwendungsmöglichkeiten.“ An Spaß hatte er dabei gar nicht gedacht, doch gefunden hat er ihn: Das ist nicht zu übersehen, wenn er mit seinem flotten Fahrzeug unterwegs ist. Das dauernde Verkehrschaos rund um den Pragfriedhof, wo er seinen Sitz hat, betrifft ihn und seinen Sohn jetzt weit weniger als zuvor. Blaschke ist überzeugt, dass man neue Wege gehen muss, vor allem beim Mobilitätsverhalten. Und es sei auch nicht schlimm, in Stuttgart zu radeln: „Man denkt immer, man sei auf der vierspurigen Straße unterwegs“, sagt er. „Das stimmt aber nicht. Da gibt es andere Möglichkeiten.“   aia
 
Heinz Blaschke freut sich über sein neues Fahrzeug. Foto: aia