Die Handwerkskunst der Vorfahren

Denkmalpflege braucht alte Techniken
Alte Techniken sind keineswegs passé, allen Neuerungen zum Trotz werden sie im Handwerk noch immer an vielen Stellen gebraucht. Aber wer beherrscht sie noch? Im Standard- Ausbildungsprogramm sind sie in der Regel nicht enthalten. Carl-Philipp Blaschke, Sohn von Steinmetzmeister Heinz Blaschke und selbst gelernter Steinmetz, hat deshalb eine Zusatzausbildung obendrauf gesattelt: Nach einer zweimonatigen Vollzeit-Fortbildung darf er sich jetzt „Steinmetz in der Denkmalpflege“ nennen. 

Besonders wichtig sind die alten Techniken natürlich im Bereich Restaurierung und Denkmalpflege. „Man versucht so zu arbeiten, wie es damals gemacht wurde – einfach, um den Charakter zu erhalten“, sagt Carl-Philipp Blaschke. Egal, ob es um alte Grabsteine, um Skulpturen, Hauseingänge oder komplette Hausfassaden geht: Fundiertes Hintergrundwissen über die verwendeten Materialien ist ebenso wichtig wie die Kenntnis der alten Techniken. Neben dem Reparieren ist auch das Rekonstruieren dreidimensionaler Steinobjekte eine wichtige Aufgabe für die Steinmetze in der Denkmalpflege. 
Der 22-jährigen Geselle aus Stuttgart setzte sich bei der Weiterbildung mit Kunst- und Kulturgeschichte ebenso auseinander wie mit historischen Werkzeugen und Baustoffen – zum Beispiel mit Mörteln, wie man sie früher verwendet hat. Es ging ums Bauen von Brunnen oder Vierpässen, ums Modellieren, Abformen und um neue Rekonstruktionstechniken. Weiterhin standen Gesetze und Formalitäten, die heutzutage zu beachten sind, auf dem Lehrplan. 
All das ist keine graue Theorie, sondern wird im Berufsalltag bei Blaschkes, die auch in der Restaurierung aktiv sind, immer wieder gefordert. Carl-Philipp Blaschke gehört zu den wenigen Gesellen, die sich in dieser Richtung weitergebildet haben.
aia
 
Vater und Sohn Blaschke schätzen die alten Techniken. Foto: aia