Ruftaxi als Alternative?

Zur Verkehrsanbindung Waldebene Ost
Zum Jahresanfang hat die SSB den Busverkehr auf die Waldebene Ost eingestellt. Daran scheint trotz der Bemühungen von verschiedenen Seiten – den Sportvereinen, den Handels- und Gewerbevereinen und der Bezirksvorsteherin – nichts mehr zu rütteln zu sein. Jetzt ist ein neues Modell in der Diskussion. 
Auch wenn die schwarzen Kleinbusse der Linie 64 nur schwach genutzt wurden, halten es vor allem die Sportvereine auf der Waldebene nach wie vor für sehr wichtig, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihnen gelangen kann – zumal ganz aktuell der neue Jugendverein „FSV Waldebene Ost“ gegründet wird. „Man muss einfach gucken, dass es irgendwie weitergeht“, sagt Michael Harnisch von der Sportvereinigung (Spvgg) Stuttgart-Ost. Einer Verlängerung des Pilotversuchs mit Kleinbussen hat die SSB bei einem Treffen jedoch klar eine Absage erteilt. Stattdessen brachte sie die Möglichkeit „SSB Flex“ ins Gespräch, die bereits in Cannstatt und in Degerloch genutzt werden kann. Es handelt es sich um eine Art Ruftaxi, das über die Handy-App „moovel“ gebucht werden kann und den Fahrgast oder die Fahrgäste dann am Wunschpunkt abholt. Dabei fallen allerdings Kosten an, auch wenn die Fahrgäste ein VVS-Ticket für die jeweilige Zone besitzen. 

SSB-Flex soll das bestehende Bus- und Straßenbahnnetz ergänzen. Im Fall der Waldebene Ost könnte das zum Beispiel heißen, dass man mit dem 45er-Bus bis zum Buchwald fährt und dort in eins der SSB-Flex-Fahrzeuge – es sind Mercedes Benz V-Klasse-Fahrzeuge mit fünf Sitzen hinten  – umsteigt. Da dieses schon vorab per App buchbar ist, klappt es im Idealfall ohne Wartezeit. Anspruch darauf hat man laut den Beförderungsbedingungen der SSB allerdings ebenso wenig wie auf die Beförderung an sich – wenn alle Autos belegt sind, kann die Abholung auch länger dauern. 
Dass Kinder und Jugendliche mit der entsprechenden App klarkommen, kann man annehmen. Der Knackpunkt sei die Bezahlung, sagt Harnisch. Denn viele der Kinder und Jugendlichen, die zum Fußballtraining kommen, haben bereits eine VVS-Monatskarte. Die gilt im Ruf-Auto aber nicht, sie verbilligt lediglich die Fahrt. Der Flextarif für Kinder liegt bei 1,80 Euro für eine Zone, wenn kein VVS-Ticket vorhanden ist. Mit VVS-Ticket fällt immer noch ein Euro pro Fahrt in einer Zone an. Wenn ein Kind dreimal die Woche zum Training fährt, wofür es jeweils zwei Fahrten benötigt, summiert sich das schnell. 
„Da muss man eine günstigere Möglichkeit finden“, sagt Michael Harnisch, wohl wissend, dass das nicht ganz einfach werden dürfte. Man verhandle gerade mit der Stadt über eine mögliche Kostenübernahme. Ein Ergebnis liegt derzeit noch nicht vor. Aia