Parken an der Kreuzung verhindern

Neugestaltung von Kreuzungen in Gaisburg
Bei einer Begehung mit Bürgern im Herbst nahm das Stadtplanungsamt zusammen mit Anwohnern verschiedene Kreuzungsbereiche in Gaisburg (Klingen-/Libanonstraße, Klingen-/Bergstraße und Berg-/Pflasteräckerstraße) und die Bergstraße in den Blick. Ein häufig genanntes Problem waren zugeparkte Kreuzungen, an denen Fußgänger kaum noch queren können. Das Ingenieurbüro Heinrich versucht mit seinem Entwurf, dem entgegenzusteuern. Er wurde im April im Bürgerservicezentrum vorgestellt und könnte – sofern der Gemeinderat zustimmt – im kommenden Jahr umgesetzt werden. 

Parken an Kreuzungen ist laut Straßenverkehrsordnung nicht erlaubt. Doch wo der Parkdruck groß ist, helfen Verbote und Schilder nichts. Die Planer wollen deshalb an den genannten Kreuzungen die Fahrbahnflächen so verkleinern, dass gar nicht mehr geparkt werden kann. Sie möchten dafür Einmündungen und Gehwegnasen nach vorne ziehen. Die Gehwege werden dadurch größer und sollen im Kreuzungsbereich nur einen flachen Bordstein bekommen, sodass eine platzähnliche Optik entsteht. Und auf den vergrößerten Gehwegflächen wird an Sitzgelegenheiten wie Poller gedacht. 
Ein abgesetzter Belag auf der Straße soll Autofahrer quasi automatisch zum vorsichtigen, gebremsten Fahren bewegen und Fußgängern beim Queren helfen. Ob das so tatsächlich funktionieren wird, bezweifelten einige Anwohner. Die Planer sind davon überzeugt und verwiesen auf die Neugestaltung des Bessarabienplatzes als positivem Beispiel. 
Den Plänen zufolge wird es nach der Neugestaltung insgesamt elf Parkplätze weniger in dem Gebiet geben. Denn durchs Freihalten der Kreuzungen fallen 45 Parkplätze weg, im Gegenzug kommen 34 neue als Schrägparker in der Bergstraße hinzu. „Ganz ohne Stellplatzverluste kriegen wir’s nicht hin“, sagte Planer Günter Littau. Hinzu kommen einige Gemeinschaftsflächen, beispielsweise für Fahrräder oder auch Gemeinschaftsautos. Die Zahl der Bäume wird den Plänen zufolge von jetzt sechs auf 31 erhöht.  Die Standorte seien allerdings aufgrund von Kabeln im Untergrund beschränkt, so die Planer. 
Von Seiten der Anwohner blieben zwar Bedenken über den „Schleichverkehr“. Doch den Verkehrsfluss könne man nicht an einer Stelle, sondern nur durch ein Gesamtkonzept regeln, sagte Maria de la Rosa vom Stadtplanungsamt. Das Hauptproblem liege eher in der Gablenberger Hauptstraße, die im Herbst angepackt werden solle. Radfahren sei in der Klingenstraße auch ohne Schutzstreifen – die in einer 30er-Zone nicht vorgesehen sind – gut möglich, hieß es weiterhin. 
Weitere Fragen betrafen die Art der Bäume, die gepflanzt werden. Die stehe noch nicht fest, sagten die Vertreter der Stadt, man werde aber bestimmt hohe, schmale Bäume auswählen. Auch Bedenken, dass die Sitzpoller nächtliche Gelage und Lärm mit sich bringen könnten, versuchten sie zu zerstreuen: Hier gebe es eine gewisse soziale Kontrolle und notfalls könne man die Poller auch wieder entfernen.  Aia
 
Im Bürgersaal stellten die Planer ihre Vorschläge vor. Foto: aia