Stillstand am Ostendareal

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SSB will Pläne neu überdenken
Aus der Presse haben Bezirksbeirat und Bezirksvorsteher erfahren, dass sich die Pläne für die Umgestaltung des Ostend-Areals durch die SSB (Stuttgarter Straßenbahnen AG) verzögern. In der jüngsten Bezirksbeiratssitzung erklärte sich Oliver Mayer, Leiter des Unternehmensbereichs Liegenschaften der SSB, zum vorläufigen Rückzieher.

Nach dem Auszug des Theaters aus dem ehemaligen Straßenbahn-Depot im vergangenen Jahr schien es auf dem Ostendareal schneller vorwärts zu gehen als gedacht. Die SSB plante unter anderem den Bau von betreuten Seniorenwohnungen und einer Pflegestation, außerdem sollte das Jugendhaus ins Depot umziehen.
Doch jetzt tritt das Unternehmen auf die Bremse. Diese Pläne seien vor vier Jahren geboren worden, seitdem habe sich einiges geändert, begründete Mayer. Die Zuschüsse für Pflegeplätze seien gekürzt worden, bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen drohe ebenfalls eine Änderung und der Bedarf werde inzwischen pessimistischer gesehen. Man müsse nochmal nachdenken und andere Optionen prüfen, sechs bis neun Monate Zeit seien dafür auf jeden Fall notwendig.
Jörg Trüdinger (SPD) fand die erneute Planänderung „befremdlich“, seine Fraktionskollegin Gabriele Heller-Pawlicki wies darauf hin, dass sie schon immer laut am Bedarf für die Pflegeplätze in Stuttgart-Ost gezweifelt habe. Thomas Rudolph (CDU) bat, bei den Planungen Handel und Gewerbe zu berücksichtigen. Ernst Strohmaier (CDU) mahnte an, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial zu denken: „Das ist das Herzstück von Stuttgart-Ost.“ Thomas Schneider-Graf (Grüne) schlug vor, nach einer Zwischennutzung für das Depot Ausschau zu halten. Milena Renkl-Ristovic, Vertreterin der Migranten, unterstrich, dass das Jugendhaus auf jeden Fall ausreichend Platz brauche.
Laut Mayer sind das Jugendhaus wie auch die Musikschule „nach wie vor Bestandteil der Überlegungen“. Konkreteres konnte er dazu nicht sagen.
Jugendhausleiterin Barbara Keller hat ebenfalls aus der Presse von der Verzögerung erfahren. „Für uns ist das schon dramatisch“, sagt sie. Die jetzigen Jugendhausräume seien zwar an sich nicht übel, aber in schlechtem Zustand, denn schon in den 80er-Jahren sollte das Kinder- und Jugendzentrum eigentlich umziehen. Seither wurde immer mal wieder ein neuer Anlauf genommen, für die Räume im Depot liegen fertige Pläne in der Schublade. Investieren wolle in dieser Situation schon lange niemand mehr, sagt Keller: „Hier macht seit Jahren keiner mehr was.“ Die Ballspielhalle ist nicht heizbar, erhitzt sich dafür im Sommer auf rund 50 Grad, auch sonst sei vieles marode. Fürs Jugendhaus wäre wichtig, dass endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden – wo auch immer.  aia